Freitag | 30.10.2009 | 14:00 Uhr
Der Islam in den Medien
Dr. Sabine Schiffer | Erlangen

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Obwohl in den letzten Jahren von Medienseite durchaus ein Bemühen um ein differenziertes Islambild feststellbar sind, haben sich einige Stereotype als Wissen bei vielen Menschen festgesetzt. Dazu gehören zumindest die Vorstellungen, dass Gewalt irgendwie zum Islam gehöre, muslimische Frauen grundsätzlich unterdrückt seien und Islam und Muslime sich noch in die Moderne entwickeln müssten. Diese vermeintlichen Wahrheiten und angstmachende Ereignisse sowie deren Einordnung als "islamische Taten" haben darüber hinaus ein regelrechtes Feindbild Islam geschaffen. Dieses ist nützlich und wird innen- wie außenpolitisch genutzt und weiter bedient. Dabei sind Medien als Vehikel des Anschürens eines sog. Kulturkampfes fest eingeplant. Aber im Wesentlichen handelt es sich beim Islambild um ein großes Missverständnis, gespeist aus eingeübten und nicht reflektieren Darstellungstraditionen - die es bei anderen Themen in gleicher Weise gibt.

Bestimmte Rituale der Darstellung speisen sich sowohl aus äußeren Ereignissen, als auch aus den Erwartungen von Medienmachern und Mediennutzern, die wie ein Filter wirken und einige Fakten zur Kenntnis nehmen, andere nicht.

Anhand von Beispielen werden diese Mechanismen beleuchtet und dargestellt wie wir Mediennutzer bestimmte „Fallen“ entlarven können. Denn Mediendarstellungen können unsere persönlichen Erfahrungen nicht ersetzen, aber doch fleißig mitstrukturieren. Darum ist ein Bewusstsein für bestimmte Abläufe immer hilfreich - nicht nur in Bezug auf das Islambild.

Dr. Sabine Schiffer

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